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Klinik für Innere Medizin / Rheumatologie am Rheinischen Rheuma-Zentrum in Meerbusch-Lank

Hoch spezialisiert und umfassend ausgestattet

Unsere internistisch-rheumatologische Klinik verfügt über insgesamt 55 Betten. Davon halten wir sieben Plätze in der Tagesklinik vor. Die moderne Ausstattung der Abteilungen orientiert sich an den Anforderungen für die Diagnose- und Behandlung komplexer rheumatischer wie immunologischer Erkrankungen. Nahezu jede Erkrankung kann mit Gliederschmerzen einhergehen kann. Insbesondere Erkrankungen des hormonellen Systems (Endokrinologie), aber auch neurologische oder andere internistische Erkrankungen führen zu rheumatischen Symptomen. Über die allgemeinen rheumatologischen Erkrankungen hinaus behandeln wir in der Inneren Medizin auch Organkomplikationen sowie seltene und unklare Krankheitsbilder wie z. B. Fibromyalgie.

 

Auszüge unseres Behandlungsspektrums:

  • rheumatoide Arthritis
  • Schuppenflechtenarthritis (Arthritis psoriatica = Psoriasisarthritis)
  • entzündlich bedingte Rückenerkrankungen (Morbus Bechterew)
  • bindegewebsrheumatische Erkrankungen (Kollagenose)
  • degenerative rheumatische Erkrankungen (Arthrose)
  • Schmerzerkrankungen (z.B. Fibromyalgie)
  • Weichteilrheumatismus (z.B. Polymyalgia rheumatica)      
  • endokrinologische Erkrankungen (z.B. Osteoporose und andere Knochenerkrankungen)

Ganzheitliche Versorgung von Rheuma-Patienten - in dieser Art einzig am Niederrhein

In der Kliniik für Innere Medizin / Rheumatologie steht unseren Patienten unter der Leitung von Dr. med. Stefan Ewerbeck ein hoch spezialisiertes Team mit sieben Fachärzten für Rheumatologie und einem Facharzt für Endokrinologie zur Verfügung. Die Klinik im Rahmen des Rheinsche Rheuma-Zentrums ist die einzige Einrichtung am Niederrhein ihrerArt mit einer so umfangreichen rheumatologischen Fachkompetenz.  

Weit über 6.000 ambulante und 1.250 stationäre Patienten, mit allen entzündlichen rheumatischen Erkrankungen werden hier versorgt. Tendenz steigend.

Bundesweit führend

Die Klinik ist zudem bundesweit führend in der Entwicklung und Umsetzung von innovativen Versorgungsmodellen. Neben einer rheumatologieschen Tagesklinik entwickelte Dr. Stefan Ewerbeck mit seinem Team ein bundesweit einzigartiges Modell der Integrierten Versorgung für alle entzündlich rheumatischen Gelenkerkrankungen (chron. Polyarthritis, Psoriasisarthritis, alle Spondarthritis Formen). Dabei werden die Patienten ganzheitlich, interdisziplinär und besonders intensiv versorgt und begleitet. Eine überdurchschnittliche Patientenzufriedenheit und ausgezeichnete Therapieergebnisse sind das Ergebnis. Dr. Stefan Ewerbeck legt dabei besonders großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen ärztlichen Kollegen, die im Schulterschluss mit der Abteilung die rheumatologische Versorgung übernehmen.

Eine der ersten Kliniken bundesweit mit ambulanten Versorgungsmodell

2010 hat die Landesregierung der Abteilung von Dr. Stefan Ewerbeck die Genehmigung zur ambulanten Versorgung von Patienten mit schweren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erteilt. Hierfür waren höchste qualitative Anforderungen zu erfüllen. Als eine der ersten Einrichtungen bundesweit hat die Rheumaklinik diese Anforderungen erfüllt. Dies ermöglicht eine kontinuierliche Betreuung der chronisch erkrankten Patienten, und führt damit zu deutlich verbesserten Behandlungsergebnissen. Optimale Behandlungsergebnisse und eine hohe Patientenzufriedenheit haben oberste Priorität in der Abteilung. Somit stehen unterschiedliche, individuell an den Patienten angepasste Versorgungsmodelle zur Verfügung. Ambulant, teilstationär (Tagesklinik) und stationär. 48 Betten hat die Klinik und 7 Tagesklinikplätze. Darüber hinaus ist Dr. Stefan Ewerbeck leitender Arzt der Abteilung für ambulante rheumatologische Rehabilitation der Reha-Rheinland. Als zusätzlicher Facharzt für Physikalische Therapie und Rehabilitationsmedizin besitzt er die optimale Fachkompetenz für eine umfassende Rehabilitation von Rheumapatienten. Damit ist der gesamte Kreis der Versorgung geschlossen. Dr. Stefan Ewerbeck besitzt die volle Weiterbildungsberechtigung für das Fachgebiet Rheumatologie innerhalb der Inneren Medizin, und ist seit langen Jahren bei der Ärztekammer Düsseldorf Prüfarzt. Seit Jahren beteiligt sich die Klinik an einem bundesweiten Projekt von Rheumakliniken und schneidet dort immer überdurchschnittlich gut ab.  

Alles unter einem Dach – ein großer Vorteil für Sie!

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Was ist eigentlich Rheuma genau?

Das Wort “Rheuma” ist ein eigentlich veralteter Oberbegriff für reißende und ziehende Schmerzen des Bewegungsapparates. Der Rheumatologe befasst sich mit den Ursachen solcher Symptome und versucht, diese möglichst kausal zu behandeln.

Wir kennen heute einige hundert verschiedene rheumatische Erkrankungen. Prinzipiell gilt, dass nahezu jede Erkrankung mit Gliederschmerzen einhergehen kann. Insbesondere Erkrankungen des hormonellen Systems, aber auch neurologische oder andere internistische Erkrankungen können zu rheumatischen Symptomen führen.

Rheuma ist also nicht die eine Krankheit. Vielmehr ein ganzes Spektrum höchst unterschiedlicher Krankheiten.

Wodurch entsteht Rheuma?

Rheuma kann aus vier unterschiedlichen Grunderkrankungen entstehen:

  • Gelenkverschleiß (Arthrose)
  • Entzündungen (Arthritis, Polyarthritis)
  • Weichteilerkrankungen (Sehnen, Muskeln)
  • Begleiterscheinungen von Erkrankungen (Gicht)

Bei allen Unterschieden kann man einen gemeinsamen Nenner finden: Sie betreffen den Bewegungsapparat, also Muskeln, Sehnen, Knochen, Gelenke und Bänder. Sie verursachen Schmerzen, schränken die Beweglichkeit der Betroffenen ein, und können darüber hinaus auch innere Organe schädigen.

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RHEUMA- alte Krankheit, neue Erkenntnisse

Rheuma, das bedeutet „ das Fließende“ und rührt von der alten Vorstellung her, dass
„ verdorbene Körpersäfte“ durch Gelenke und Muskeln fließen und Schmerz verursachen.

Man unterscheidet generell zwei Ursachen von Schmerzen des Bewegungssystems, die durch Verschleiß ( Arthrose) bedingten und solche, die durch eine Gelenkentzündung ( Arthritis ) verursacht werden.

Die Gruppe der entzündlich-rheumatischen Krankheiten umfasst mehr als hundert verschiedene Krankheitsbilder. Ihnen ist gemeinsam, dass eine gestörte Immunantwort zu einem chronisch-entzündlichen Befall unterschiedlicher Körpergewebe führt. Die Betroffenen leiden an Schmerzen in den Gelenken oder der Wirbelsäule, fortschreitenden Funktionseinschränkung durch Entzündung und Schädigung der Gelenke und einer Vielzahl von Allgemeinsymptomen.

Vom entzündlichen Rheuma sind ca. 2 % aller Erwachsenen betroffen und jedes 5. von 10.000 Kindern. Allein an der rheumatoiden Arthritis, der häufigsten chronisch-entzündlichen Erkrankung in Europa, leiden fast eine Million Menschen in Deutschland. Das Erstauftreten dieser Krankheit liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, Rheuma ist somit keinesfalls eine Alterskrankheit. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer.

Obwohl sich die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, werden die ersten Symptome des entzündlichen Rheumas immer noch viel zu spät erkannt und therapiert. Zwischen erstem Symptom und Behandlung einer rheumatoiden Arthritis vergehen in Deutschland durchschnittlich 18. Monate, beim entzündlichen Wirbelsäulenrheumatismus, z.B. dem Morbus Bechterew, im Durchschnitt fünf Jahre, bevor eine gezielte Therapie eingeleitet wird.

Die durch die Entzündung hervorgerufene Zerstörung der Gelenkstrukturen, und die daraus folgenden Fehlstellungen sowie Funktionseinschränkungen, schreiten gerade zu Beginn der Erkrankung am stärksten fort, in dieser Anfangphase sind die Krankheitsbilder jedoch auch am besten zu therapieren.

Die besten Behandlungschancen bestehen in den ersten drei bis sechs Monaten des Krankheitsbildes !
Die Früherkennung und frühe Therapieeinleitung hat somit entscheidende Konsequenzen für den Patienten selbst, aber auch für das gesamte Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft.

Die Langzeitprognose entzündlich-rheumatischer Erkrankungen kann nach dem heutigen Kenntnisstand durch einen frühzeitigen Therapiebeginn entscheidend verbessert werden.
Das erste Ziel muss deshalb also zunächst eine frühe Diagnosestellung der Erkrankung sein, um den Schaden des Patienten verhindern oder zumindest reduzieren zu können.
Der Vortrag wird einen Überblick über die wichtigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bieten, deren Diagnose und Therapiemöglichkeit aufzeigen und den Zuhörern die Möglichkeit geben, das eigene individuelle Risiko für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung selbst abschätzen zu können.

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Rheuma ist keine Alterserscheinung. Im Gegenteil!

Das Erstauftreten liegt oft zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, die Krankheit trifft damit besonders häufig junge, berufstätige Menschen- Frauen etwa dreimal so oft wie Männer.

Dennoch vergehen zwischen den ersten Anzeichen der Erkrankung und einer Behandlung durchschnittlich 15 Monate, mitunter sogar mehrere Jahre.

Die Gruppe der entzündlich-rheumatischen Krankheiten umfasst mehr als 100 verschiedene Krankheitsbilder. Ihnen ist gemeinsam, dass eine gestörte Immunantwort zu einem chronisch-entzündlichen Befall unterschiedlicher Körpergewebe führt. Betroffene leiden an Schmerzen in den Gelenken oder der Wirbelsäule, fortschreitenden Funktionseinschränkungen durch Entzündungen und Schädigung der Gelenke und einer Vielzahl von Allgemeinsymptomen.

Von entzündlichem Rheuma sind etwa 2% aller Erwachsenen betroffen, d.h. 1,2 Millionen in Deutschland und etwa 12.000 bis 15.000 Kinder pro Jahr.

Allein an der rheumatoiden Arthritis, der häufigsten chronisch entzündlichen Gelenkerkrankung in Europa, leiden deutschlandweit fast 800.000 Menschen. Obwohl sich die therapeutischen Möglichkeiten in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, werden die ersten Symptome immer noch viel zu spät erkannt- bei entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen, etwa dem Morbus Bechterew, durchschnittlich erst nach 5 Jahren! Eine Zeit die unnütz verstreicht, und in der keine gezielte Therapie eingeleitet wird. Gerade zu Beginn der Erkrankung schreitet jedoch die Zerstörung der Gelenke am stärksten fort. Die Folgen sind Fehlstellung und Funktionseinschränkung, nicht selten auch eine Arbeits-, oder gar Berufsunfähigkeit, die hätte vermieden werden können.

Die Früherkennung und frühe Therapieeinleitung hat somit entscheidende Konsequenzen für den Patienten selbst, aber auch für das Gesundheits-/Sozialsystem.

Bei der chronischen Polyarthritis sind zumeist mehrere Gelenke gleichzeitig entzündet, typischerweise sind dabei kleine Gelenke betroffen, vor allem die Fingergrund-, und Fingermittelgelenke sowie die Zehengrundgelenke. Prinzipiell kann aber jedes Gelenk  befallen werden. Eine gewisse Risikoabschätzung für das Auftreten einer chronischen Polyarthritis kann der Patient selber vornehmen:

  • Bestehen Beschwerden mehr als sechs Wochen, sind zwei oder mehrere Gelenke geschwollen, schmerzhaft und wird eine Morgensteifigkeit von mehr als einer Stunde verspürt, sollte sich der Patient möglichst rasch bei einem Rheumatologen vorstellen.
  • Bei den entzündlich bedingten Rückenerkrankungen ist der geschilderte Rückenschmerz besonders charakteristisch.
  • Der Beginn der Rückenbeschwerden ist meist schleichend und langsam, die Patienten wachen schmerzbedingt nachts und in den frühen Morgenstunden auf, der Schmerz lässt sich durch Bewegung bessern, der Rückenschmerz ist meist tief in der Lendenwirbelsäule lokalisiert und dauert mehr als drei Monate an. Vom entzündlich bedingten Rückenschmerz sind überwiegend junge Menschen betroffen, im Alter von 18. bis 40. Jahre.

Auch wenn diese Symptome bestehen, sollte umgehend ein Rheumatologe aufgesucht werden, da letztendlich die Frühdiagnose und frühe Therapieeinleitung eine entscheidende Bedeutung für die Prognose der Krankheiten hat. Wenn das Krankheitsbild erkannt und frühzeitig therapiert wird, bestehen heute gute Möglichkeiten eine Beschwerdefreiheit zu erzielen und dem Patienten eine uneingeschränkte Lebensqualität möglich zu machen.

Durch eine effektive medikamentöse und gezielte physikalische Therapie ist es heute durchaus möglich solche Krankheitsbilder zur Abheilung zu bringen.

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Rauchen führt zu Rheumatologie

 In Deutschland raucht rund 1/3 der Erwachsenen, das sind ca. 16 Millionen Menschen, m Alter von 12-17 Jahren sind etwa 20 %, die regelmäßig rauchen.

Seit langem wird vermutet, dass Autoimmunerkrankungen, wie auch die chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis), aber auch andere Erkrankungen wie Spondarthritiden (entzündliche Rückenerkrankungen), sowie Kollagenose (Bindegewebserkrankungen), ausgelöst werden durch ein Zusammentreffen von genetischen Faktoren und äußeren Umweltfaktoren. Bei den genetischen Faktoren sind es überwiegend die so genannten
Shared-Epitope-Gene, die verantwortlich sind für das erhöhte Risiko an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken. Hat man eins dieser Gene von einem Elternteil geerbt, so verdoppelt sich das Risiko an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken.

Bei der Suche nach Auslösern dieser entzündlich-rheumatischen Krankheitsbilder rücken äußere Umweltfaktoren immer mehr in den Fokus des Geschehens.

Bereits in den 90iger Jahren wurde durch eine Forschungsarbeit aus Großbritannien ( Prof. Silman/Manchester) der Risikofaktor „Rauchen“ in den Vordergrund gestellt.
Rauchen stellt laut Silman, vor allem für Männer, ein Risiko dar, eine Schachtel Zigaretten pro Tag verzehnfache das Risiko an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken.

Selbst nach 10 Jahren Nikotin-Abstinenz ist das Risiko immer noch doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Diese Beobachtung wurde, im Jahre 2004, durch Herrn Prof. Klareskog/Karolinska-Institut Stockholm, bestätigt. Raucher haben demnach ein deutlich erhöhtes Risiko an einer seropositiver (Rheumafaktor positiver) rheumatoiden Arthritis zu erkranken. Auch eine Studie des Deutschen Rheumaforschungsinstituts in Berlin, zeigte, dass sowohl die Entstehung als auch der Verlauf der rheumatoiden Arthritis durch das Rauchen negativ beeinflusst wird. Nicht nur das Auftreten der rheumatoiden Arthritis wird durch das Rauchen gefördert, Raucher brauchen auch stärkere Medikamente (welches mit vermehrten unerwünschten Nebenwirkungen verbunden ist) und zeigen deutlich schlechtere Behandlungsergebnisse. Nach einer jüngsten dänischen Studie ist das statistische Risiko an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken bei Rauchern, im Vergleich zu Nichtrauchern, um 70 %, bei starken Rauchern sogar um 140 % erhöht.

Die Behandlungsergebnisse sind bei Rauchern um bis zu 50% schlechter als bei Nichtrauchern, darüber hinaus treten bei Rauchern bei bis zu 71 % der Patienten häufiger Rheumafaktoren im Blut auf.

Rauchen scheint aber auch das Auftreten von anderen entzündlich rheumatischen Erkrankungen zu fördern. Der Krankheitsverlauf, zum Beispiel bei Bechterew-Erkrankten, scheint schwerer und beschleunigt zu sein als bei Nichtrauchern ( erhöhte BASDAI und BASFI-Werte, dies sind Meßparameter, die den Aktivitätsgrad der Erkrankung aufzeigen).
Darüber hinaus scheint das Risiko an einer Osteoporose zu erkranken bei Rauchern deutlich erhöht zu sein.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass das Rauchen die Entstehung von Kollagenose begünstigt (z.B. systemischer Lupus erythematodes), das Risiko kann bis 1,5 fach erhöht sein! Auch der Krankheitsverlauf ist in der Regel schwerer als bei Nichtrauchern.

Der Rauch der Zigarette richtet somit nicht nur in der Lunge, sondern auch in verschiedenen anderen Organen erheblichen Schaden an. Es ist mittlerweile mehrfach wissenschaftlich belegt, dass sowohl die Entstehung als auch ein schwerer Verlauf unterschiedlich rheumatischer Erkrankungen durch das Rauchen begünstigt wird. Das persönliche Risiko kann lediglich durch den radikalen Verzicht auf Zigaretten minimiert werden, eine Einschränkung auf wenige Zigaretten pro Tag ändert nichts an dem erhöhten Risiko für Raucher. Ein radikaler Verzicht ist jedoch durchaus in der Lage den Krankheitsverlauf deutlich abzuschwächen, auch die Therapiemöglichkeiten und Behandlungsergebnisse verbessern sich.

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Rattenbiß und Rheumatologie

Herr Thomas M. aus Düsseldorf schreibt:

In diesem Winter habe ich erstmalig bemerkt, dass einzelne Finger bei mir blau, wie abgestorben, aussehen. Ich habe das zunächst auf die Kälte zurückgeführt, das gleiche Phänomen tritt allerdings bei den warmen Temperaturen immer noch auf, zudem haben sich an zwei Fingern kleine, sehr schmerzhafte Wunden an den Fingerkuppen gebildet, die nicht abheilen wollen. Salben helfen nicht, mein Hausarzt hat mich jetzt an einen Hautarzt verwiesen, der jedoch auch keine Diagnose gestellt hat.

Ihre Symptome lassen spontan an eine systemische entzündliche Bindegewebserkrankung aus dem rheumatologischen Formenkreis denken, bei der es durch eine Entzündung zu einer vermehrten Kollagenbildung kommt.

Dies ist ein Bestandteil des Bindegewebes. Dadurch wird die Haut, zunächst am Finger, den Händen und den Zehen, dicker und verhärtet sich. Man bekommt das Gefühl, einen zu engen Schuh zu tragen („Sklerodaktylie“). Dadurch kommt es zu einem Funktionsverlust der Finger, sie lassen sich nicht mehr Strecken und Beugen.

Dieser Umbauprozess des Bindegewebes wird Sklerosierung genannt, daher auch der Name des Krankheitsbildes: Sklerodermie oder progressiv systemische Sklerose.

Die nicht abheilenden Wunden an den Fingerkuppen sind eine Folge dieser immer wiederkehrenden Durchblutungsstörung. Wegen Ihres charakteristischen Aussehnens werden diese, wie ausgestanzten Hautdefekte der Fingerkuppen, auch „Rattenbiß-Nekrosen“ genannt.

Die Krankheit ist selten und befällt überwiegend Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Die Skerodermie ist eine Systemerkrankung:
Nicht nur die Haut kann betroffen sein, sondern prinzipiell alle Organe, denn überall befindet sich Bindegewebe (Gefäße, Speiseröhre, Nieren, Lunge, Herz, Muskeln und der Darmtrakt).

Darüber hinaus leiden die meisten Patienten an Allgemeinsymptomen, wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber und Gewichtsverlust.

Der Verlauf ist schleichend, über Jahre und Jahrzehnte hinweg, im Einzelfall aber auch rasch sich verschlechternd. Oft ist jedoch nur die Haut an den Fingern und Händen und um den Mund herum betroffen.

Die Mundöffnung kann erschwert sein, es kommt zu einer charakteristischen Fältelung der Lippen (Tabakbeutelmund). Sehr störend können Schluckstörungen und Sodbrennen werden, die durch eine zu starre Speiseröhre verursacht wird.

Die Diagnose wird gestellt durch die klassischen Hautsymptome und einen möglichen Organbefall. Zudem ist der Nachweis von speziellen Antikörpern im Blut charakteristisch (ANA, Scl-70, Zentromerantikörper).

Therapeutisch sind enge Grenzen gesetzt:
Um die Durchblutung der Finger zu verbessern, werden gezielt Medikamente, zum Teil auch als Infusion, eingesetzt.

Auch die physikalische Therapie hat bei der symptomatischen Behandlung der Sklerodermie eine wichtige Funktion. Bindegewebsmassagen, Lymphdrainagen, Atemtherapie und Bewegungstherapie haben Ihren festen Stellenwert.
Unbedingt vermieden werden sollte das Rauchen, das die Gefäße zusätzlich belastet.

Bei Befall lebenswichtiger Organe, z.B. der Lunge, können sogenannte Immunsuppressiva zum Einsatz kommen, Mittel, die das gestörte Immunsystem positiv beeinflussen. Es gibt darüber hinaus eine Reihe von Behandlungsformen, die noch in der Erprobung sind. Eine ursächliche Therapie wurde jedoch bisher nicht gefunden.

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Rheuma und rote Ohren

Herr Peter K. (45. Jahre alt) aus Neuss schreibt:

Seit einigen Wochen fühle ich mich nicht gut, vor zwei Wochen ist zudem plötzlich mein linkes Ohr sehr schmerzhaft angeschwollen und gerötet, so dass ich nachts nicht mehr darauf liegen kann. Fast zeitgleich schmerzt auch mein rechtes oberes Sprunggelenk. Gibt es einen Zusammenhang ? An wen soll ich mich wenden ? Hausarzt ? Orthopäden ?, HNO-Arzt ?

Antwort:

Zunächst mein Rat: Sie sollten sich möglichst zeitnah bei einem Rheumatologen vorstellen !

Auch wenn man aus den wenigen Angaben sicherlich noch keine Diagnose ableiten kann, besteht bei dieser Symptomkombination der hinreichende Verdacht auf eine sehr seltene rheumatologisch-entzündliche Systemerkrankung. Dabei ist primär der menschliche Knorpel betroffen, der im Verlauf seine Stabilität verlieren kann. Die Krankheit wird auch aus diesem Grunde Polychondritis genannt (Poly = viel/ griechisch, chondros = Knorpel, itis =
Entzündung).

Sie ist wirklich sehr selten, bei 1 Million Menschen treten pro Jahr etwa 4 Neuerkrankungen auf. Es kommt zu einer schubweisen Entzündung des Knorpels von Ohren, Nase, Luftröhre, Gelenke, Augen, selten auch der Herzklappen ( rezidivierende Polychondritis). Am häufigsten sind bei einem Gelenkbefall die großen Gelenke betroffen, aber auch Hand- und Fingergelenke. Sehr offensichtlich ist die Mitbeteiligung von Ohren- und Nasenknorpel mit deutlicher Rötung, Überwärmung, Schwellung und erheblichen Schmerzen. Ohren- und Nase können sich im Verlauf verformen, da der Knorpel seine Stabilität verliert. Bedrohlich kann das Krankheitsbild werden, wenn die Luftröhre oder die Herzklappen beteiligt sind. Dabei kann es zu einem Kollaps der Atemwege kommen oder Kreislaufproblemen, weil die Herzklappen nicht mehr ausreichend schließen können. Therapeutisch ist dann ein Klappenersatz nicht zu umgehen.

Neben dem Knorpelbefall kann es bei dieser Systemerkrankung auch zu einer Mitbeteiligung von Gefäßen kommen (Gefäßentzündung = Vaskulitis, Gefäßaussackung = Aneurysma) und zu Lederhautentzündungen am Auge, die zu einem Sehkraftverlust führen. Der Systemcharakter des Krankheitsbildes wird auch deutlich anhand einer Fülle von Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit, Leistungsknick, Fieber, Gewichtsverlust und Nachtschweiß. Die Diagnose wird letztendlich gestellt durch die angegebenen Symptome und durch die sorgfältige klinische Untersuchung. Ergänzende Laboruntersuchungen zeigen erhöhte Entzündungswerte an, zum Teil sind auch Rheumafaktoren nachweisbar sowie Antikörper gegen Kollagen Tpy II. Die Diagnosesicherung erfolgt über eine Gewebeprobe aus dem betroffenen Knorpel. In 20 bis 30% der Fälle tritt das Krankheitsbild als Begleiterscheinung einer anderen Grunderkrankung auf, wie zum Beispiel einer chronischen Polyarthritis, einer Kollagenose oder einer systemischen Gefäßentzündung.

Die Therapiemöglichkeiten sind beschränkt, zunächst wird Kortison zur raschen Entzündungshemmung eingesetzt, bei einem hohen Kortisonbedarf auch zusätzlich Kortison einsparende Medikamente, die das Immunsystem positiv beeinflussen sollen.

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Psoriasis-Arthritis: Berührt die Haut und beißt die Gelenke

Die Psoriasis-Arthritis ist die zweithäufigste entzündliche Gelenkerkrankung, die eine Polyarthritis ohne Rheumafaktoren mit einer Schuppenflechte der Haut und der Nägel verknüpft.

Die Schuppenflechte besteht meist schon vor dem Auftreten der Gelenkentzündung.

Betroffen können alle Gelenke einschließlich der Wirbelsäule und der Kreuzdarmbeingelenke sein. Die Psoriasisarthritis kann sowohl in einer leichten Verlaufsform auftreten, die kaum einer Therapie bedarf, als auch hochaggressiv mit Zerstörung der Gelenkflächen und einer ausgedehnten Haut, Darm und Augenbeteiligung. Gerade diese Patienten brauchen eine intensive Therapie.

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Der entzündliche Rückenschmerz / Morbus Bechterew

Anfrage eines Lesers im Rahmen der „Sprechstunde“ (Rheinische Post)

Seit einigen Wochen wache ich fast jede Nacht auf und habe Rückenschmerzen, die sich tagsüber wieder bessern. Mein Orthopäde hat geröntgt und findet keine Ursache. Eine Spritzentherapie hat nur einen kurzen Effekt gezeigt, Diclofenac hilft zwar, führt jedoch auf Dauer bei mir zu Magenbeschwerden. Außerdem möchte ich kein Medikament einnehmen, ohne die Ursache für die Symptome zu wissen.


Antwort:

Die Symptome, die Sie schildern, lassen an den so genannten „entzündlichen Rückenschmerz“ denken. Im Gegensatz zu Rückenschmerzen anderer Ursache (z.B. Verschleiß, Bandscheibenvorfall oder Ischias-Beschwerden), tritt der entzündliche Rückenschmerz vorwiegend nachts oder morgens früh auf und bessert sich bei Bewegung. Meist sitzt der Schmerz in der tiefen Lendenwirbelsäule oder im Bereich des Gesäßes. Bei den ersten Symptomen sind die Patienten meist noch deutlich unter 45. Jahre alt.

Der entzündliche Rückenschmerz ist ein typisches Frühsymptom für eine chronisch verlaufende entzündliche rheumatische Gelenkerkrankung, die das Achsenskelett betrifft (gesamte Wirbelsäule, Hüften, Knie, Sprunggelenke, zeitweise auch kleine Hand-, und Fußgelenke). Der bekannteste Vertreter dieser Krankheitsbilder ist der so genannte Morbus Bechterew.

Für die Frühdiagnose, die zur Therapie überaus wichtig ist, gehören auch andere klinische Symptome, die unterschiedlich häufig auftreten können:

  • Entzündungen der Achillessehne,
  • Gelenkentzündungen,
  • Regenbogenhautentzündung der Augen,
  • Schuppenflechte,
  • entzündliche Darmerkrankung,
  • Harnröhrenentzündungen und
  • Brustbeinschmerzen.

Oft zeigt sich im Blut eine Entzündung. Darüber hinaus gibt es eine genetische Veranlagung, d.h., andere Familienmitglieder haben an ähnlichen Symptomen gelitten. Das lässt sich auch durch einen Blutmarker nachweisen, dem so genannten HLA-B27-Merkmal. Bis zu 95 % der betroffenen Patienten sind HLA-B27 positiv.

Leider wird die Diagnose immer noch viel zu spät gestellt, fünf bis sieben Jahre vergehen bis zum ersten Symptom und der Diagnose und damit bis zu einer richtigen und gezielten Therapie.

Das liegt zum einen daran, dass es oft schwierig ist, die Patienten aus der großen Gruppe der Rückenschmerzpatienten zu identifizieren, da die Röntgenbilder lange Zeit völlig unauffällig bleiben. Nur eine frühzeitige Kernspinnuntersuchung zeigt bereits in den ersten sechs Monaten typische entzündliche Veränderungen. Zum anderen gab es bis vor nicht allzu langer Zeit keine guten Therapiemöglichkeiten. Dies hat sich grundsätzlich geändert, daher ist auch die Frühdiagnose so wichtig geworden. Eine frühzeitige Vorstellung  beim Rheumatologen ist unabdingbar. Es gilt bleibende Schäden zu vermeiden und damit den Patienten schmerzfrei und arbeitsfähig zu halten.

Grundlage der Therapie ist die gezielte Krankengymnastik sowie eine Behandlung mit entzündungshemmenden Mitteln, wie Diclofac oder Ibuprofen.

Falls hierunter keine ausreichende Besserung erzielt wird, kann die Therapie ergänzt werden um einen TNF-Alpha-Blocker (Biologicas). Diese Substanzgruppe hat einen echten Durchbruch in der effektiven Behandlung dieser Krankheitsbilder gebracht.

Sie bessern entscheidend die Krankheitsaktivität, verhindern bleibende Schäden an der Wirbelsäule und Folgeschäden der Gefäße, verbessern die Wirbelsäulenfunktion, die Beweglichkeit und die gesamt Lebensqualität.

Aufgrund möglicher Nebenwirkungen sollte die Indikation jedoch sehr sorgfältig und nur von einem Rheumatologen gestellt werden.

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Fibromyalgie – wenn alles weh tut

Als Fibromyalgiesyndrom bezeichnet man eine Erkrankung, die sich vorwiegend, aber nicht ausschließlich, am Bewegungsapparat äußert. Sie ist gekennzeichnet durch chronische Schmerzen an vielen Stellen des Körpers. Die Schmerzen können in der Muskulatur, an den Gelenken und an den Sehnenansätzen und am Knochen auftreten. Betroffen sind häufig der Rücken, Arme und Beine, Schultern, Ellbogen, Hüften und Kniegelenke. Viele Patienten bezeichnen die Fibromyalgie auch als „alles tut weh Syndrom“. Häufig werden zusätzliche vegetative, funktionelle und depressive Störungen festgestellt, zu denen Schlafstörungen, erhöhte Empfindsamkeit gegenüber äußeren Reizen, Schwindel und weitere Symptome gehören.

Die Diagnose wird gestellt, nach den sogenannten ACR-Kriterien (American College of Rheumatology - Amerikanische Gesellschaft der Rheumatologen) erfüllt sind.
Diese sind:

  1. Spontane Schmerzen in Muskulatur, Sehnen und Sehnenansätze, mehr als drei Monate in mehr als drei Körperregionen,
  2. Schmerzreaktion auf mindestens 11 auf 24 sogenannten Tenderpoints ( Sehnenansatzpunkte), die bereits auf sanftem Fingerdruck hochgradig schmerzempfindlich sein können.
  3. Vegetative und funktionelle Symptome, die dazu gehören.

Das Fibromyalgiesyndrom wird auch bezeichnet als Weichteiltheumatismus oder nicht entzündlicher Weichteildrheumatismus, korrekt ist jedoch die Bezeichnung Fibromyalgiesyndrom. Der Begriff „Weichteilrheuma“ trifft die Sache nicht, da anders als bei Arthritis oder Arthrose (Gelenkrheuma) weder Entzündung noch Verschleiß eine Ursache ist.

Die hochgradig schmerzempfindlichen Sehnenansatzpunkte sprechen für eine krankhaft vermehrte Schmerztoleranz am ganzen Körper, häufig plagen die Kranken zusätzlich Schlafstörungen, körperliche und seelische Erschöpfung, Wetterfühligkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, kalte Hände und Füße, Kribbeln und Ruhelosigkeit in den Beinen, Reizdarmsymptome.

 

Krankheitsursachen:

Eine genaue Ursache des Fibromyalgiesyndroms konnte bis heute nicht gefunden werden. Verschiedene Risikofaktoren können die Entstehung eines Fibromyalgiesyndroms jedoch begünstigen, dazu gehören seelische, psychische und körperliche Überlastungen. Auslöser können sein: Selbstüberforderung, außergewöhnlich belastende Lebensereignisse, andauernder Stress.

Um dem Krankheitsbild gerecht zu werden, betrachtet man es am besten als psychosomatische Erkrankung, vorwiegend am Bewegungsapparat. Damit ist keinesfalls gemeint, dass die Patienten sich den Schmerz einbilden, im Gegenteil, die Patienten, die an Fibromyalgie erkranken sind meist leistungsorientierte Menschen, die hohe Erwartungen an sich selber haben. Dabei kommt es mit der Zeit zu einer erheblichen Selbstüberforderdung, die auf Dauer die Entstehung des Krankheitsbildes unterstützen. Auch psychischer Dauerstress oder andere einschneidende Lebensereignisse, wie Tod von Angehörigen und Missbrauch, können dazu führen, dass die Schmerzen chronisch werden. Der natürliche Schmerzfilter des Organismus im Rückenmark und Gehirn versagt, Schmerzerlebnisse graben sich nun in die Nervenbahnen, eine Art Dauerspur, es bildet sich ein so genanntes Schmerzgedächtnis. Dadurch wird das Gehirn leichter erregbar, verarbeitet geringste Reize zu Schmerzempfindungen oder unterhält die Schmerzempfindung selbsttätig, also ganz ohne äußere Einwirkung.

Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, es gibt keine Möglichkeit vorauszusagen, wie lange die Erkrankung andauern wird. Bei manchen Patienten verschwindet sie unter Umständen auch nur auf Zeit, bei anderen wird sie schlimmer, bleibt gleich oder verbessert sich im Rahmen der Behandlung. Gesichert ist aber, dass die Erkrankung zu keinen Veränderungen oder auffälligen Verformungen am Bewegungsapparat führt.

Da die Ursache der Erkrankung nicht bekannt ist, sind die Therapieformen und Behandlungserfolge auch sehr unterschiedlich. Verschiedene Behandlungen schaden eher als sie nutzen, dazu gehören sämtliche passive Maßnahmen, wie Bäder, Wärmepackungen und Massagen, diese Maßnahmen haben lediglich eine sofortige, jedoch keine anhaltende Wirkung. Sie fördern die Abhängigkeit und verhindern durch das eigene Verhalten Einfluss auf die Erkrankung zu nehmen.

Auch Medikamente sind nur von zweifelhaftem Nutzen, zumeist werden Schmerzmedikamente, die auch erhebliche Nebenwirkungen haben können versucht und im weiteren Verlauf wieder abgesetzt, da kein wesentlicher Effekt zu erwarten ist. Auch beruhigende, bzw. entspannende Medikamente, wie Benzodiazepine sind vom keinem Nutzen, im Gegenteil, sie können zur Abhängigkeit führen und zerstören den Schlafrhythmus. Allenfalls eine niedrig dosierte Gabe eines Antidepressionsmittels kann zum Anstoß des Schlafes verabreicht werden.

Therapeutisch sinnvoller sind Stress und Schmerzbewältigungstraining, Entspannungsübungen und Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch aktive Bewegungsübungen und sportliche Betätigung.

Mittlerweile haben sich viele Selbsthilfegruppen gebildet, dies ist prinzipiell zu begrüßen, da in diesen Gruppen ein reger Informationsaustausch stattfindet. Wichtig ist aber zu wissen, dass diese Informationen von Laien verbreitet werden, die medizinisch nicht immer richtig sein müssen. Gewarnt werden muss auch vor der Vorstellung, dass es sich bei dem Fibromyalgiesyndrom um eine organische Erkrankung handelt, die auch so behandelt werden kann. Dahinter steht der verständliche Wunsch, es möge doch ein Medikament geben, das zuverlässig die Erkrankung beseitigen würde, ein solches Medikament existiert leider nicht.

Die ganzheitliche Therapie der Fibromyalgie ist erst komplett, wenn auch Psychologen helfen den Lebensstil zu korrigieren, vor allem Stress besser zu verarbeiten, statt sich ihm auszuliefern. Verhaltensänderung im Beruf und im Privatleben sind der Schlüssel zur Genesung. Zwischen Stress und Schmerz besteht ein Zusammenhang, beide können sich gegenseitig negativ beeinflussen, die Psyche spielt daher bei der Behandlung der Fibromyalgie eine entscheidende Rolle, ohne dass Fibromyalgie damit als psychische Erkrankung abzustempeln wäre.

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Fibromyalgie – wenn alles weh tut (2)

Als Fibromyalgiesyndrom bezeichnet man eine Erkrankung, die sich vorwiegend, aber nicht ausschließlich, am Bewegungsapparat äußert. Sie ist gekennzeichnet durch chronische Schmerzen an vielen Stellen des Körpers. Die Schmerzen können in der Muskulatur, an den Gelenken und an den Sehnenansätzen auftreten. Das Fibromyalgiesyndrom wird auch bezeichnet als Weichteilrheumatismus. Der Begriff „Weichteilrheuma“ trifft die Sache nicht, da anders als bei Arthritis oder Arthrose (Gelenkrheuma) weder Entzündung noch Verschleiß eine Ursache ist. Die hochgradig schmerzempfindlichen Sehnenansatzpunkte sprechen für eine krankhaft vermehrte Schmerztoleranz am ganzen Körper, häufig plagen die Kranken zusätzlich Schlafstörungen, körperliche und seelische Erschöpfung, Wetterfühligkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, kalte Hände und Füße, Kribbeln und Ruhelosigkeit in den Beinen, Reizdarmsymptome.

Eine genaue Ursache des Fibromyalgiesyndroms konnte bisher nicht gefunden werden. Verschiedene Risikofaktoren können die Entstehung eines Fibromyalgiesyndroms jedoch begünstigen, dazu gehören seelische, psychische und körperliche Überlastungen. Auslöser kann sein:

Um dem Krankheitsbild gerecht zu werden, betrachtet man es am besten als psychosomatische Erkrankung, vorwiegend am Bewegungsapparat. Damit ist keinesfalls gemeint, dass die Patienten sich den Schmerz einbilden, im Gegenteil, die Patienten, die an Fibromyalgie erkranken sind meist leistungsorientierte Menschen, die hohe Erwartungen an sich selber haben. Dabei kommt es mit der Zeit zu einer erheblichen Selbstüberforderung, die auf Dauer die Entstehung des Krankheitsbildes unterstützen. Auch psychischer Dauerstreß oder andere einschneidende Lebensereignisse, wie Tod von Angehörigen und Missbrauch, können dazu führen, dass die Schmerzen chronisch werden. Der natürliche Schmerzfilter des Organismus im Rückenmark und Gehirn versagt, Schmerzerlebnisse graben sich nun in die

Es bildet sich ein so genanntes Schmerzgedächtnis. Dadurch wird das Gehirn leichter erregbar, verarbeitet geringste Reize zu Schmerzempfindungen oder unterhält die Schmerzempfindung selbsttätig, also ganz ohne äußere Einwirkung.

Da die Ursache der Erkrankung nicht bekannt ist, sind die Therapieformen und Behandlungserfolge auch sehr unterschiedlich. Verschieden Behandlungen schaden eher als sie nutzen, dazu gehören sämtliche passive Maßnahmen, wie Bäder, Wärmepackungen und Massagen, diese Maßnahmen haben lediglich eine sofortige, jedoch keine anhaltende Wirkung. Sie fördern die Abhängigkeit und verhindern durch das eigene Verhalten Einfluß auf die Medikamente zu nehmen.

Auch Medikamente sind nur von zweifelhaftem Nutzen, allenfalls eine niedrig dosierte Gabe eines Antidepressionsmittels kann zum Anstoß des Schlafes verabreicht werden.

Therapeutisch sinnvoll ist Schmerzbewältigungstraining. Entspannungsübungen und Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch aktive Bewegungsübungen und sportliche Betätigung.

Die ganzheitliche Therapie der Fibromyalgie ist erst komplett, wenn auch Psychologen helfen den Lebensstil zu korrigieren, vor allem Streß besser zu verarbeiten, statt sich ihm auszuliefern. Verhaltensänderung im Beruf und im Privatleben sind der Schlüssel zur Genesung.

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Information ist ein erster Schritt

Informieren Sie sich bei Ihrem Facharzt oder bei uns: Rheuma-Akademie

Weitere gut verständliche Informationsangebote zu verschiedenen  Erkrankungen finden Sie auch auf den Seiten der Krankenkassen.

Surfen Sie für einen ersten Überblick einfach mal über folgende Angebote:


Internet: www.aok.de
Rubrik: Gesundheit


Internet: www.barmer.de
Rubirk: Gesundheit und Krankheit

Internet: www.tk-online.de
Rubrik: Medizin und Gesundheit

Selbsthilfe, Internetinformationen und Broschüren zum Download

Informativ und hilfreich die Internet Seite der Deutschen Rheuma-Liga: www.rheuma-liga.de
Hier finden Sie aktuelle Informationen und kostenloses Broschürenmaterial. Die Deutsche Rheuma-Liga ist ein Zusammenschluss von mehr als 250.000 Mitgliedern (Patienten und Betroffene) bundesweit hält Broschüren und Merkblätter zu verschiedenen Themen zum Gebiet Rheuma vor. Sie finden z.B. „Gelenkschutz im Alltag“ oder „Ihre Rechte im Sozialsystem“. Sie finden auch praktische Ratschläge für die Bewältigung der Krankheit im Alltag.

Dr. med. Stefan Ewerbeck
Chefarzt der Klinik für Innere Medizin / Rheumatologie 
Telefon: 0 21 50 / 917-174
Fax: 0 21 50 / 917-184
e-mail: ewerbeck(at)rrz-meerbusch.de

Die Patienteninformation zur Klinik für Innere Medizin / Rheumatologie hier für Sie zum Download.