"Alles-tut-weh-Syndrom": Fibromyalgiesyndrom (FMS)

Als Fibromyalgie-Syndrom bezeichnet man eine Erkrankung, die sich vor allem, aber nicht ausschließlich am Bewegungsapparat bemerkbar macht. Sie ist gekennzeichnet durch chronische Schmerzen an vielen Stellen des Körpers. Die Schmerzen können in der Muskulatur, an den Gelenken und den Sehnenansätzen am Knochen auftreten. Betroffen sind häufig der Rücken, Arme und Beine, Schultern, Ellenbogen, Hüft- und Kniegelenke. Viele Patienten bezeichnen die Fibromyalgie auch als "Alles-tut-weh-Syndrom".

Häufig werden zusätzlich vegetative, funktionelle und depressive Störungen festgestellt. Hierzu kann unter anderem gehören:

  • Schlafstörungen,
  • erhöhte Empfindsamkeit gegen äußeren Reize,
  • Schwindel, etc.

Diagnose

Die Diagnose wird gestellt, wenn die sogenannten ACR-Kriterien (American College of Rheumatology =  US-amerikanische Rheumatologen-Gesellschaft) erfüllt sind:

  • spontane Schmerzen in Muskulatur, Sehenen, Sehenenansätzen, die mehr als drei Monate in mehr als drei Körperregionen (erforderlich) auftreten,
  • Schmerzreaktion: Druck auf 12 von 24 Druckpunkten bzw. "Tenderpoints" (erforderlich),
  • vegetative und funktionelle Symptome (möglich, aber nicht zwingend).

FMS wird auch bezeichnet als:

  • generalisierte Tendomyopathie, Weichteilrheumatismus, oder aber nicht entzündlicher Weichteilrheumatismus.
  • Korrekt ist die Bezeichnung Fibromyalgiesyndrom oder Fibromyalgie.

Ursachen

Eine genaue Ursache des FMS konnte bis dato noch nicht gefunden werden. Verschiedene Risikofaktoren können die Entstehung eines Fibromyalgie-Syndroms begünstigen. Dazu gehören seelische (psychische und psychosoziale) und körperliche Überlastung; Auslöser können sein: Selbstüberforderung, außergewöhnlich belastende Lebensereignisse, andauernder Stress.

Um dem Krankheitsbild gerecht zu werden, betrachtet man es am besten als psychosomatische Erkrankung, vorwiegend am Bewegungsapparat. Es handelt sich also nicht um eine organische Erkrankung, sondern die funktionellen Störungen (wie Schlafstörungen, Herzstolpern, Magen-Darm-Beschwerden) stehen im Vordergrund.

Typisch für die Erkrankung

Beim Fibromyalgie-Syndrom handelt sich um eine chronische Erkrankung. Es gibt daher keine Möglichkeit, vorauszusagen, wie lange die Erkrankung andauern wird. Bei manchen verschwindet sie (unter Umständen nur auf Zeit), bei anderen wird sie schlimmer, bleibt gleich oder verbessert sich im Rahmen der Behandlung. Gesichert ist aber, dass die Erkrankung zu keinen Veränderungen oder auffälligen Verformungen am Bewegungsapparat führt. Da die Ursache der Erkrankung bisher noch unbekannt ist, sind die Therapieformen und Behandlungserfolge auch sehr unterschiedlich.

Vorsicht bei verschiedenen Behandlungen und Medikamenten

Verschiedene Behandlungen schaden bei diesem Krankheitsbild eher, als dass sie nutzen. Dazu gehören sämtliche passiven Maßnahmen wie Bäder, Wärmepackungen und Massagen. Diese Therapiemaßnahmen haben lediglich eine sofortige, jedoch keine anhaltende Wirkung. Sie fördern Abhängigkeiten und verhindern, durch das eigene Verhalten Einfluss auf die Erkrankung zu nehmen.

Medikamente sind ebenfalls in diesem Fall von eher fraglichem Nutzen. Zumeist werden Schmerzmedikamente, die auch erhebliche Nebenwirkungen haben können, ausprobiert und im weiteren Verlauf wieder abgesetzt, da der entsprechende Erfolg sich nicht eingestellt hat.

Beruhigende bzw. entspannende Medikamente wie die Benzodiazepine (etwa Valium/Diazepam, oder Tetrazepam) sind ebenfalls nicht von Nutzen. Diese Medikamente können zur Abhängigkeit führen und wirken sich negativ auf den Schlaf aus, mit nicht-erholsamem Schlaf zur Folge. Allenfalls von einer niedrigdosierten Gabe eines Antidepressionsmittels zum Anstoß des Schlafes kann geraten werden.

Ideal: Sport und Entspannung

Entsprechend sind Stress- und Schmerzbewältigungstraining, Entspannungsübungen und Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie sportliche Betätigung um einiges sinnvoller.